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Meine Lieblings-Eltern

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Für Massimo Rocchi waren die Norma und der Nonno seine Lieblings-Eltern. Bis er fünf
Jahre alt war, lebte er bei ihnen in Cesena in der Ernitia-Romagria. Er erlebte da das pure Glück.

MASSIMO ROCCHI
Der Schweizer Komiker mit italienischen Wurzeln, !via s si MD Roc hi, 60, wurde bekannt mit seinen Bühnenprogrammen wie uAtlä eCirco reassimo P> oder ei Ro cohipeclia» Er war mit denn Zirkus Knie auf Tournee und inszenierte im Theater Base L zwei Opern. Sein neues Programm 44B est of 6zig N. Lädt z u einer bunten Feier ein: Pantomime, Sprachakrobatik und HinterSiiges über des Leben, die Götter und andere Verrücktheiten.

www.massimorocchi.ch

 

Die Nächte! Das war pures Glück. Denn ich durfte immer zwischen meiner Nonna und meinem Nonno schlafen. Ich lebte bei ihnen. bis ich fünf Jahre alt war. Anschliessend wohnten sie immer direkt neben uns. Im Betr lag auf der einen Seile meine Grass m alter Maria und las_ nein, schaute Kirchenhefte an – denn sie konnte kau m lesen, Auf der anderen Seite hörte mein Grossvater Mario Radio – und furz [e oft. Dann rief Non na: «Aber Mar to, das Kind!,

DIE GEMEINSAMEN SONNTAGE

Der Somit ag war der 1 Eöhepunkt der Wo­che. lull ging am Morgen um 10 Uhr 30 mit meiner Norma in die Messe. Sie war sehr religies In dieser 2 eit kochte Non no das Ivlinagessen. Nach dem Essen durfte ich dann mit ihm in den •Club•. Das war kein eilt arer Club, sondern dort trafen sich mehr oder weniger sämtliche Männer von Cesena. Meine Grosseltern hatten zwar wenig Geld, doch mein Grossvater war ein sehr schicker Mann. Am Sonntag trug er immer ein weisses Hemd und Krawatte. Lm Club wurde Billard oder Karten gespielt und dabei rauchte man selbstverständlich. Nur im Leseraum durfte inan nicht rau­chen. Da schaute ich mir dann die neusten Zeitschriften an. Vor allem die Werbung interesSiene mich. Dort entdeckte ich zum ersten Mal eine Frau im

SIE NÄHTE, ER WAR EIN BEAMTER

Meine Norma arbeitete zu Hause. Sie näh­te neue Krägen an die Hemden. Damals gab es zu jedem Hemd bis zu drei neue Kragen. Mein Crossvaier war ein Beam­ter bei der Eisenbahn. Er versiegae die beladenen Waggons. Ceseria haue zwar nur zwei Hauptgeleise im Bahnhof. aber 29 Neb-engeleise – so viel Obst wurde dort aufgeladen und per Bahn tra.nsporriert. Ich 11 den Grossvarer gerne begleitet und durfte den beeindruckenden violetten Stempel b enutzen.

beladenen Waggons. Ceseria haue zwar nur zwei Hauptgeleise im Bahnhof. aber 29 Neb-engeleise – so viel Obst wurde dort aufgeladen und per Bahn tra.nsporriert. Ich 11 den Grossvarer gerne begleitet und durfte den beeindruckenden violetten Stempel b enutzen.

Wir machten eigentlich alles gemeinsam, auch vieles, das man nicht durf te. So fuhr ich mit den Grosseltern und Freunden zu acht im Auto – und auch da rauchten alle. Oder ich durfte bei Nonne vorne a.uf der Lambrezta stehen. Ohne Helm, Aber damit meine Lunge keinen Schaden nahm vom Wind, schob mir meine Grossmut ter Zeitungen vorne ins Hemd. Wir machten eigentlich alles gemeinsam, auch vieles, das man nicht durf te. So fuhr ich mit den Grosseltern und Freunden zu acht im Auto – und auch da rauchten alle. Oder ich durfte bei Nonne vorne a.uf der Lambrezta stehen. Ohne Helm, Aber damit meine Lunge keinen Schaden nahm vom Wind, schob mir meine Grossmut ter Zeitungen vorne ins Hemd.

NATÜRLICHE TRAURIGKEIT

Meine Grossmama erblindete im Alter und sagte mir eines Abends: «Ich werde nicht mehr lange leben.. Am nächsten Tag starb sie. Natürlich war ich sehr trau­rig, aber nicht diese bleierne Traurigkeit, sondern einfach natürlich traurig. Meine Grosseltern sind für mich der Schlüssel zu meinen Emotionen.

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